Gott und der Teufel | dEUS & Cellar Darling

Wirklich göttlich war mein Fotoauftrag am Montag. dEUS traten im X-TRA auf und ich war gemeinsam mit zwei Fotografen vor Ort.

Die Akkreditierungsbestätigung kam wie bei Goodnews üblich etwas knapp und die Fotoregeln waren wie immer: 3 first songs, no flash. Ich war wieder für Artnoir unterwegs. Trixie Whitley eröffnete den Konzertabend.

Trixie Whitley (* 24. Juni 1987 in Gent, Belgien) ist eine Sängerin und Multiinstrumentalistin mit belgischen und US-amerikanischen Wurzeln. Begleitet wurde sie am Schlagzeug. Sie spielte selbst Keyboard, Gitarre und wechselte am Schluss an’s Schlagzeug. Leider konnte ich sie durch die Fotoregeln dort nicht fotografieren. Trotzdem entstanden von ihr einige sehr schöne Bilder mit tollen Farben. Durch ihre Schüchternheit war leider kein Blick in die Kamera möglich. Das Ergebnis: eher kühle Fotos, die eine gewisse Distanziertheit zum Ausdruck bringen. Ich blieb trotz aller Bemühungen nur stiller Beobachter. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war super. Wir halfen uns gegenseitig und kamen gut im engen Fotograben zurecht. Wie schon im Vorbericht erwähnt ist der Graben treppenartig aufgebaut. Man kommt so sehr nahe und auf guter Höhe an die Band heran. Ich hatte nur einen Body dabei und genug Zeit mit verschiedenen Festbrennweiten zu arbeiten.

 dEUS | Trixie Whitley

Dann kamen dEUS und legten gleich zu beginn druckvoll und spielfreudig los. Es machte unglaublich Spass. Ich hatte mir vorgenommen auch Zeit einzuplanen um aus dem Publikum zu fotografieren. Meine Kollegen lies ich vor, so dass ich freie Bahn aus dem Graben hatte. Ich hatte saumässig Glück, denn auf meiner Seite war Klaas Janzoons der Keyboard, Violine und auch Perkussion spielt. Ich startete mit dem 50mm und konnte einige schöne Momente einfangen. Frontmann Tom Barman konnte ich seitlich gut ablichten und so war ich mit meinem Standort mehr als zufrieden. Just als ich auf mein Telezoom wechselte und am Seitenrand stand wechselte Klaas zu den Perkussions und ich musste nur noch abdrücken, fast als hätte ich es geahnt. Anschliessend mischte ich mich ins Publikum und versuchte dort aus der Distanz die Stimmung festzuhalten. Der Plan war gut, aber die Menge war so aus dem Häusschen, dass ich kaum Platz fand um vernünftig über die Köpfe hinweg abzudrücken. Aber besser, als nichts! Ich war gut im Zeitplan und entschloss mich spontan auf 35mm 1.4 zu wechseln und nochmals in den Graben zu gehen um von der Seite mit verschiedenen Schärfeebenen zu arbeiten. Dabei wechselte das Licht einigemale sehr schön.

In der Galerie findet ihr meine Top 9. Ich bin mehr als zufrieden. Tolle Musik, feine Kollegen, viel Spass beim fotografieren. So macht dieses Hobby Spass und mir läuft es beim Schreiben eiskalt über den Rücken.

Nur 2 Tage später im Salzhaus war alles ganz anders…
Zwei schweizer Metallbands mit je einer weiblichen Leadsängerin in einer eher kleinen Location. Viel LED Licht aus dem Bühnenhintergrund, eine niedrige Decke und kein Fotograben. Diesmal waren unerwartet viele Fotografen vor Ort – wir waren zu viert. Keine drei Lieder Regel, also viel Zeit um mit den schwierigen Lichtverhältnissen zurechtzukommen. Eine Fotografenkollegin war unter den Zuschauern und meinte lachend kurz nach Konzertbeginn: „Heute beneide ich dich nicht!“. Ich war vorbereitet und startete entsprechend mit 35mm. Atomic Symphony hiess die Vorband. Fast am besten im Licht war der Schlagzeuger. Er sass untypisch an der rechten Seite. Ich entschloss mich mit geeigneter Verschlusszeit seine schnellen Bewegungen einzufrieren. Dabei half mir mein 85mm mit Lichtstärke f1.4 und vernünftiges Licht. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Es waren deutlich weniger Rotanteile im Bühnenlicht. Es folgte Cellar Darling mit schwerer Kost und einer Leadsängerin die sich in den Tod verliebt hatte. Das Licht hätte passender nicht sein können. Vor allem dunkel und wenn Licht, dann richtig schön von hinten. Ich hatte lange kein Rezept und hoffte auf einen guten Moment. Eigentlich total Dämlich! Ich ärgerte mich, dass meine Kamera den richtigen Schärfepunkt nicht fand und versuchte es immer wieder, ohne Erfolg. In einer Liederpause legte ich am Objektiv den Schalter um auf MF. Jetzt lag es einfach an mir. Ich suchte den geeigneten Schärfepunkt (rechtes Auge von Anna Murphy) und das ging sehr gut. Ich musste einfach still halten, was bei einem 1.5kg Objektiv leichter gesagt als getan ist. Später ging ich dann nach hinten und konnte von dort mit wenig direktem Gegenlicht über Kopf einige Bilder machen. Mein Fazit: das nächste Mal arbeite ich von Beginn mit dem manuellen Fokus und mehr aus längerer Distanz. Dann muss ich nachher viel weniger Fotos löschen! Auch von diesem Konzertabend gibt es einige gelungene Aufnahmen. Zwölf davon möchte ich euch gerne zeigen.

 Cellar Darling | Atomic Symphony

Meine Fotowoche bestand also aus Licht und Schatten, Gott und dem Teufel. Ich hatte einen guten Instinkt bei dEUS, darauf bin ich richtig stolz und habe bei Cellar Darling wieder dazugelernt. Jetzt ist erst mal Pause für ein paar Wochen mit Rockkonzerten. Mein nächster Auftrag hat einen ganz anderen Ansatz. Mehr darüber in meinem nächsten Blog.

copyright www.cd-photography.net

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.